Knemühle

In den Steuerregistern der Grafschaft Tecklenburg wird die Knemühle als "Ganzer Kotten" geführt. Dies sagt über ihre Entstehungsgeschichte aus, daß ihre Anfänge bis kurz vor 1200 zurückreichen können. In dieser Zeit war die Gründung der größeren Höfe, der "Ganzen und Halben Erben", in etwa abgeschlossen. Wenige Jahrzehnte vor 1200 tauchte eine neue Höfegeneration auf, die "coteres", die bei uns "Ganzer Kotten" und "Halber Kotten" genannt wurden. Allerdings erfolgte die erste Nennung erst viel später. Im Knechtegeldregister des Jahres 1545 ist aufgeführt, daß die Knemühle einen Vierteltaler an Steuern zu zahlen hatte.

Interessant ist der Standort der Knemühle. Sie liegt abseits im Süden des uralten Hohner Siedlungsraumes. Dieser Raum erfuhr seine erste Besiedlung zur Zeit der sächsischen Landnahme. Die Ausgrabungen der Jahre 1983/84 erbrachten die Zeitstellung des 6.-8. Jahrhunderts nach Christi Geburt.

Aus der isolierten Lage der Knemühle darf geschlossen werden, dass sie sicherlich nur zum Zwecke des Mahlens gegründet wurde. Die Lage im Gelände dürfte es erlaubt haben, an einem Knick, einem Knie (daher wohl der Name Knemühle), einen Stauteich anzulegen. Der Standort am Mühlenbach erlaubte zuerst nur die Anlage einer Wassermühle.KnemühleDreschkasten auf dem Hof der Knemühle

So war es auch noch im Jahre 1774. Wann die Einrichtung auch als Windmühle geschah, läßt sich zur Zeit nicht mit Sicherheit sagen. Beachtlich ist außerdem der Viehbestand in den Jahren 1591/93. Neben dem Mühlenbetrieb spielte die Landwirtschaft eine große Rolle. Auf dem Hofe des Knemöllers tummelten sich damals 5 Pferde, 7 Kühe, 6 Rinder, 10 Schweine und 15 Schafe.

Aus dem Jahre 1567 stammt noch ein Mühlenregister, aus dem hervorgeht, wie hoch die jährliche Pacht an Naturalabgaben an den Grafen von Tecklenburg war. Die Knemühle entrichtete jährlich 4 Malter Roggen und ein Malter Malz. Unter Malz ist Gerste zu verstehen, die man zur Herstellung des edlen Gerstensaftes, des Bieres, benötigte. Der Wortlaut der Eintragung:

Knemühle

De Knemolle to Lengercke dout jarlig 4 molt rogen unnd 1 molt meltz.

Drei Jahre später, 1570, hatte sich die Abgabe nicht geändert:

De Knemolle douth jarlig 4 molt rogen. Knemolle to Linenn 1 molt moltz.

Allerdings vertat sich der Kornschreiber des Grafen auf Tecklenburg, als er den Standort der Knemühle von Lengerich nach Lienen verlegte.

Alte Ansichten von der KnemühleKnemühle

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